Herunterladen ist Programm: Appstores für Handy-Software

In Apps­tores lassen sich zusätz­liche Programme fürs Handy, Smart­phone und Tablet herun­terladen. Apple hat es mit dem App Store für das iPhone vorge­macht - die anderen Hersteller zogen nach.

Apple hat es mit dem App Store für iPhone, iPad und iPod touch vorge­macht, andere Hersteller von mobilen Geräten und Produ­zenten von mobilen Betriebs­systemen zogen nach. In Apps­tores kann man sich zusätz­liche Programme für das Handy, Smart­phone und Tablet als App herun­terladen. Denn bei der Qual der Wahl des rich­tigen Gerätes kommt es auch auf das Betriebs­system und die dazu­gehö­rige Soft­ware an. So bieten die Apps­tores zahl­reiche Programme aus den Berei­chen Unter­haltung, Kommu­nika­tion, Spiele, Navi­gation und vielem mehr. Der Umfang des Ange­botes ist dabei sehr unter­schied­lich. Während für manches System "nur" einige hundert oder tausend Apps zur Verfü­gung stehen, sind für andere Systeme sogar über eine Million zusätz­liche Features erhält­lich.

Apps­tores sind somit genau genommen vor allem digi­tale Platt­formen, auf denen Dritt­anbieter und freie Entwickler ihre Soft­ware anbieten und vermarkten können - eine Erwei­terung zu den vom Hersteller vorin­stal­lierten Anwen­dungen. Damit ist auch in Zukunft eine große Viel­falt und Auswahl an Features und Programmen gewähr­leistet. Darüber hinaus bleiben Apps­tores anschluss­fähig für Inno­vationen und beispiels­weise für neue Vertriebs­modelle von Medi­enan­bietern.

In Apps­tores gibt es übri­gens verschie­dene Bezahl­verfahren für Apps, zum Beispiel auch per Carrier-Billing über ihre Handy-Rech­nung. Wir zeigen Ihnen im Folgenden, was die einzelnen Apps­tores zu bieten haben.

Der App Store von Apple bietet ein umfang­reiches Down­load-Angebot von mehr als 1,6 Millionen Apps in über 175 Ländern für das Apple iPhone, das iPad und den Multi­media­player iPod touch. Das Auffinden der kosten­losen und kosten­pflich­tigen iOS-Apps wird durch diverse Kate­gori­sie­rungen und eine Suche erleich­tert - auch wenn ange­sichts der schieren Masse ein echter Über­blick schwierig ist.

Die Anwen­dungen kommen ganz einfach auf die Apple-Geräte - vom iPhone, iPad und iPod touch kann direkt auf den App Store zuge­griffen werden. Auch für die Apple Watch sind verschie­dene Erwei­terungen über das iPhone erhält­lich. Über den Umweg des PCs oder Macs können gewünschte Apps gege­benen­falls via iTunes bezogen und anschlie­ßend auf dem Smart­phone instal­liert werden. Seit 2011 hält Apple auch macOS-Appli­kationen im eigens einge­rich­teten Mac App Store bereit und komplet­tiert damit das iOS-Angebot. Mit dem 2020 erschie­nenen M1-Prozessor ermög­licht einem Apple auch das Herun­ter­laden von Apps, die ursprüng­lich nur für das iOS-Betriebs­system bestimmt waren.

Von Soft­ware-Entwick­lern einge­reichte Programme werden von Apple recht rigide über­prüft - auch wenn der Prüf­mecha­nismus in Hinblick auf Schad­soft­ware schon einmal über­listet wurde.

Eine einma­lige Anmel­dung reicht aus, um im App Store unbe­grenzt einzu­kaufen. Kosten­pflich­tige Tools sind oftmals für Beträge im Bereich von unter einem Euro bis hin zu einigen Euro zu haben - einzelne Anwen­dungen kosten aber durchaus auch mehr­stel­lige Euro-Summen. Content- und Akti­onscodes sowie iTunes-Geschenk­karten, die auch im App Store einlösbar sind, bieten Rabatte und Akti­onspreise. Die Karten können sowohl im Apple Online Store als auch in verschie­denen Geschäften erworben werden und sind mit einem Guthaben von 10 bis 250 Euro ausge­stattet. Die Fami­lien­frei­gabe ist eine Möglich­keit, mittels der Apple-ID eine gekaufte App mit verschie­denen Personen und Geräten zu teilen.

Zeit­gleich mit der Markt­einfüh­rung des T-Mobile G1 im Jahr 2008 eröff­nete der Android Market speziell für Mobil­tele­fone mit dem Betriebs­system Android, Anfang März 2012 wurde er dann in Google Play umbe­nannt. Mitt­lerweile hat sich Android zum belieb­testen Betriebs­system für Smart­phones entwi­ckelt. So gut wie alle namhaften Hersteller haben verschie­dene Modelle im Angebot, sowohl Einsteiger- als auch Mittel­klasse- und High-End-Geräte. Die Anzahl der erhält­lichen Apps (und damit auch der Viel­falt) hat sich inner­halb der letzten Jahre immens gestei­gert: von 100.000 Apps im Herbst 2010, über rund 600.000 zum Ende des Jahres 2011, konnte Google Play im Januar 2015 schon mit über 1,4 Millionen Apps aufwarten. Mitt­lerweile hat sich die Anzahl der erhält­lichen Anwen­dungen auf über 3,5 Millionen erhöht. Damit bietet der Google Play Store inzwi­schen mehr Apps zum down­load an, als der direkte Konkur­rent Apple. Viele der Appli­kationen für Android sind kostenlos - mehr, als bei den meisten anderen Systemen. Zahl­reiche Ranking­listen, die Unter­teilung in Kate­gorien sowie App-Vorschläge, entspre­chend der eigenen App-Historie, verein­fachen die Suche. Darüber hinaus wird ange­zeigt, ob eine App mit dem Smart­phone kompa­tibel ist.

Mitt­lerweile sind neben Musik, E-Books, Filmen und Spielen auch Maga­zine und TV-Serien verfügbar. Für die Nutzung von Google-Diensten - und damit auch für den Google Play Store - ist ein Google-Konto erfor­derlich, das auf dem mobilen Gerät einge­richtet werden muss: Nutzer mit einer Gmail-Adresse besitzen bereits ein solches Konto. Auf vielen neuen Smart­phones ist die Play-Store-App schon vorin­stal­liert. Der Zugriff ist auch über den Desktop-Browser im Web möglich. Beim Google Play Store ist es jedem Entwickler möglich, sich als Anbieter zu regis­trieren und seine Inhalte einzu­stellen. Auch Google führt eine Kontrolle neuer Inhalte durch, ist dabei aber weniger restriktiv als Apple. Eine Beson­derheit: Die Programme für Google-Handys sind (anders als bei Apple oder Micro­soft) oft nicht nur bei Google Play erhält­lich - einer­seits gibt es bei Android die Möglich­keit, alter­native Apps­tores zu nutzen, ande­rerseits können Entwickler die Programme auch über ihre eigene Webseite anbieten.

Die ange­spannte poli­ti­sche Lage zwischen China und den USA hat auch den chine­si­schen Smart­phone-Hersteller Huawei heftig getroffen. Unter anderem bleibt dem Unter­nehmen fortan der Zugriff auf die Google Mobile Services verwehrt. Dazu gehört auch der Google Play Store, den Huawei bislang auf seinen Geräten zum Down­load von Apps bereit­stellte.

Als Reak­tion auf die Sank­tionen aus Übersee versucht Huawei sich an der Etablie­rung der haus­ei­genen Huawei App Gallery. Mitt­lerweile zählt das Unter­nehmen bereits über 580 Millionen monat­liche Nutzer des alter­na­tiven Apps­tores sowie über 220 000 Apps. Vornehm­lich handelt es sich dabei um chine­si­sche Nutzer. Auf dem härter umkämpften euro­päi­schen Markt ist der Markt­an­teil bislang noch weiter hinter der Konkur­renz zurück. Vor allem das Fehlen von beliebten Apps wie WhatsApp oder Insta­gram fällt dabei ins Gewicht. Jedoch lassen sich WhatsApp & Co über Umwege von den offi­ziellen Seiten der App-Anbieter herun­terladen. Huawei verspricht diesen Umstand möglichst zeitnah zu ändern.

Nutzer der aktu­ellen Genera­tionen von Huaweis Smart­phones sind bis dato jedoch auf den haus­ei­genen App Store ange­wiesen und können ledig­lich hoffen, dass die App Gallery künftig keine beliebten Apps vermissen lassen.

Der Samsung-Apps­tore Galaxy Store wurde vom Hersteller für seine Android-Smart­phones und Tablets der Galaxy-Reihe einge­richtet und löste 2014 den früheren App-Shop Samsung Apps ab, der damals noch verschie­dene Linux-Betriebs­sys­teme wie Bada und LiMo mit zusätz­li­cher Soft­ware und Features versorgte.

In der Vergan­gen­heit hatte Samsung viele spezi­fi­sche Anwen­dungen für eigene Geräte (wie die Samsung Gear) ausschließ­lich im eigenen Apps­tore vertrieben, neuer­dings werden diese aber auch auf anderen Platt­formen ange­boten. Weitere Infos zum Aufbau und Hand­ling des Apps­tores können Sie in unserer Meldung zum Start von Galaxy Apps nach­lesen.

Auch Micro­soft bot lange Zeit eine zentrale Vermark­tungs-Platt­form für Zusatz-Soft­ware an. Der Micro­soft Store (früher "Windows Phone Store" bezie­hungs­weise "Windows Phone Market­place") war bis Ende des Jahres 2019 die einzige Quelle für Windows-Phone-Apps gewesen. Denn wie bei Apple standen keine Alter­nativen für den Bezug von Soft­ware offen. Bis 2015 stieg die Nutzer­zahl bereits auf 340 000. Zuletzt waren im Micro­soft Store über 800 000 Apps erhält­lich. Preis­lich unter­schieden sich die Apps kaum von denen in anderen Apps­tores. Die Weiter­entwick­lung von Windows 10 Mobile wurde aber inzwi­schen einge­stellt, für Windows 10 und Windows 11 gibt es den Micro­soft Store weiterhin.

Auch Nokia wollte seinen Nutzern einen Apps­tore anbieten und rief im Mai 2009 den Ovi Store ins Leben. Dann folgte die Umbe­nen­nung in Nokia Store - das erste Handy, bei dem der Zugang zur Nokia-Platt­form Ovi Store bereits vorin­stal­liert war, war übri­gens das Nokia N97. Ende 2014 über­nahm Micro­soft den Nokia Store, der schließ­lich im Januar 2015 einge­stellt wurde.

Einige Apps wurden Anfang 2015 in den vom norwe­gi­schen Browser-Hersteller Opera betrie­benen Opera Mobile Store über­nommen. Mitt­lerweile gibt es den Opera App Store in dieser Art nicht mehr. Auch den zwischen­zeit­lich verfüg­baren Bemobi Mobile Store, der die Opera Soft­ware verwandt, gibt es offen­sicht­lich nicht mehr.

Für Android gibt es außerdem noch weitere Konkur­renten zum Google Play Store (früher Android Market): Da der Play Store nur dann auf mobilen Endge­räten instal­liert werden darf, wenn diese bestimmte Lizenz­be­din­gungen erfüllen, liefern einige Hersteller ihre Geräte statt­dessen mit vorin­stal­lierten alter­na­tiven Apps­tores aus. Die großen Platt­formen erfor­dern häufig eine Benut­zer­an­mel­dung oder ein persön­li­ches Konto wie bei Google. Zudem werden die Krite­rien für den Ausschluss oder die Aufnahme einer App in den App-Shop, unab­hängig von der Prüfung auf Schad­soft­ware oder Sicher­heits­lü­cken, bei den namhaften Anbie­tern zuneh­mend restrik­tiver.

Wer daher lieber auf Open-Source-Apps für Android setzen möchte und eine Anmel­dung vermeiden will, ist bei F-Droid an der rich­tigen Adresse. Gut 5300 kosten­lose Apps stehen mitt­ler­weile zum Down­load bereit. Es werden ausschließ­lich FOSS- bzw. FLOSS Apps (Free and Open Source Soft­ware bzw. Free/Libre and Open Source Soft­ware) in die Haupt­paket­quelle des Apps­tores aufge­nommen, also Anwen­dungen mit offenem Quell­code, der von jedem Benutzer einge­sehen, geprüft und verän­dert werden kann. Der Client für den Apps­tore kann auch per APK-Datei von der F-Droid-Website herun­terge­laden und instal­liert werden. Die Webseite Foss­droid gibt einen Über­blick über freie Open-Source-Apps, die bei F-Droid ange­boten werden.

Auch für iPhones, iPads und iPod touch bieten sich alter­native Apps­tores wie der Cydia Store an. Genau genommen ist Cydia ein Soft­ware-Installer und daher selbst nur als App und nicht als Website-Version verfügbar. Die Instal­lation des Stores erfor­dert einen soge­nannten Jail­break, also einen Hack des ursprüng­li­chen Betriebs­sys­tems - ein Schritt, der gut über­legt sein will. Dafür stehen dann viele (zumeist kosten­lose) Anwen­dungen bereit, die im Apple-Store nicht oder nicht mehr ange­boten werden, denn für die freie Entwick­ler­szene sind Platt­formen wie Cydia aufgrund fehlender Vorgaben, was beispiels­weise das Design angeht, beson­ders inter­es­sant.

Quelle: teltarif

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