Wo bitte geht's zum nächsten Schutzraum? Warn-App bekommt Navi-Funktion

Bund verabschiedet neues Zivilschutz-Konzept: Die Warn-App NINA soll Menschen im Ernstfall künftig direkt zum nächsten Schutzraum lotsen. Dafür setzt die Bundesregierung nicht mehr auf klassische Bunker aus dem Kalten Krieg.


Die Bundesregierung will Deutschland besser auf Krisen, Naturkatastrophen und hybride Bedrohungen vorbereiten – und verabschiedet sich dabei endgültig vom alten Bunkerkonzept. Statt Milliarden in klassische Schutzbunker zu stecken, sollen künftig öffentliche Orte wie Tiefgaragen, Tunnel oder U-Bahnhöfe als Zufluchtsorte dienen. Bürger sollen diese im Ernstfall direkt per App finden können.


Konkret soll die Warn-App NINA des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) deutlich erweitert werden. Neben Warnmeldungen soll die App künftig auch öffentliche Schutzräume anzeigen und Nutzer im Krisenfall direkt dorthin navigieren. Vorbild dafür seien laut Verteidigungsminister Boris Pistorius bestehende Systeme aus der Ukraine.


Bislang informiert die NINA-App hauptsächlich über Unwetter, Großbrände oder Gefahrensituationen. Künftig soll daraus ein umfassenderes Krisen-Werkzeug werden. Geplant ist, potenzielle Schutzorte bundesweit zu kartografieren und digital verfügbar zu machen.



Im Ernstfall könnte die App dann ähnlich wie ein Navi funktionieren: Nutzer erhalten Warnungen und gleichzeitig Hinweise auf den nächstgelegenen Schutzraum – etwa einen Kellerbereich, eine Tiefgarage oder einen Tunnel in der Nähe.

Innenminister Alexander Dobrindt erklärte dazu, dass das alte Konzept aus den Achtzigerjahren "nie funktioniert" habe. Selbst damals hätten Schutzräume nur für weniger als zwei Prozent der Bevölkerung ausgereicht. Die heutigen Bedrohungen mit deutlich kürzeren Vorwarnzeiten erforderten deshalb neue Lösungen.


Quelle: Chip


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