Weniger Ruckler im Netz: Vodafone startet „Latenz-Booster“
Neben dem bereits erwähnten "Jubel-Boster" möchte Vodafone sein auf Kupfer basierendes TV-Koaxkabel-Internet in Deutschland verbessern und schaltet dajer "erstmals" den Latenz-Booster in seinem Kabel-Netz frei.
Das sei eine Technologie, welche die Reaktionszeiten für zeitkritische Anwendungen unter Last um mehr als die Hälfte reduzieren könne. Das solle sich künftig vor allem in Stoßzeiten, in denen es bislang auch mal ruckelt, positiv bemerkbar machen, verspricht Vodafone.
Aktuell wird aktuell der Latenz-Booster in ersten Netzsegmenten vorbereitet. Bis Oktober will Vodafone die Technologie in rund 45 Prozent des Kabelnetzes freigeschaltet haben, sie komme dann rund 12 Mio. Haushalte zugute.
Nicht nur im Netz gibt es Anderungen. Vodafone liefert dann auch die passenden Firmware-Updates für die ersten Router aus, "damit die verbesserte Leistung auch bei den Internet-Nutzern ankommt". Konkret: Der Latenz-Booster wird schrittweise an immer mehr Stellen im Netz freigeschaltet, sodass in rund zwei Jahren netzseitig alle 24 Mio. Haushalte von der neuen Technologie profitieren sollten.
"Wir machen unser Kabelnetz fit für die Zukunft und mit schnelleren Reaktionszeiten technisch noch stärker. Der Startschuss fällt jetzt", so Vodafone Deutschland-CEO Marcel de Groot. "Vor allem bei Videokonferenzen oder beim Gaming kann jede Millisekunde entscheiden. Mit dem Latenz-Booster verbessern wir die Reaktionszeiten im Kabelnetz unter Last spürbar. Internet-Nutzer merken das künftig vor allem in Stoßzeiten, also dann, wenn’s bislang auch mal ruckelt."
Vodafone beginnt jetzt mit der technischen Freischaltung der neuen Technologie zur Latenz-Verbesserung im Netz. Bis Oktober wird annähernd die Hälfte des Kabelnetzes mit der neuen Technologie ausgestattet sein. Dann werden auch die notwendigen Firmware-Updates auf die ersten Kabel-Router aufgespielt, sodass die verbesserte Leistung von Kunden im Alltag genutzt werden kann.
Die Reaktionszeiten können bei intensivem Nutzerverhalten und Netzauslastung halbiert werden.
Im vergangenen Jahr hat Vodafone die Technologie erstmals im Live-Netz von Stuttgart getestet. Hier wurde der Latenz-Booster in einem ausgewählten Netzsegment mit rund 100 Haus-Anschlüssen und über mehrere Monate aktiviert. Zum Einsatz kam der neueste Kabel-Router Ultra Hub 7. Tausende Messungen aus dem Testgebiet zeigen: Zu Stoßzeiten, in denen besonders viele Daten transportiert werden, reduziert der Latenz-Booster die Reaktionszeiten bei ausgewählten Latenz-kritischen Anwendungen um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu vorher.
Im Kabelnetz von Vodafone kommt der Übertragungsstandard DOCSIS zum Einsatz. Er sorgt dafür, dass Daten über die Kombination aus Glasfaser bis in die Nähe der Haushalte und Koaxialkabel auf den letzten Metern schnell und zuverlässig übertragen werden.
Mit dem Latenz-Booster (technisch: Low-Latency DOCSIS) wird das Netz jetzt noch reaktionsschneller. Der entscheidende Punkt: Speziell gekennzeichnete Datenströme bekommen im Netz eine Art "Fast Lane" zugeteilt. Besonders zeitkritische Anwendungen – zum Beispiel Videotelefonie, Online-Gaming oder Cloud Anwendungen – werden latenzoptimiert behandelt. Ihre Datenpakete werden nicht mehr aufgehalten, wenn im Hintergrund große Datenmengen wie Downloads oder Updates laufen.
Technisch bedeutet das: Daten werden cleverer sortiert, wichtige Informationen kürzer gepuffert und schneller durch das Netz geleitet. Mit dem Ergebnis spürbar geringerer Verzögerungen (Latenzen), stabilerer Verbindungen und einem insgesamt verbesserten Internet-Erlebnis bei Echtzeit-Anwendungen. Die Kunden müssen dafür nichts installieren oder einstellen. Die Verbesserung passiert direkt im Netz, ein Austausch von Leitungen oder Routern ist nicht nötig.
Quelle: teltarif
