Wer nicht reagiert, kann auf Gmail bald keine E-Mails mehr abrufen
Eine stille, aber folgenreiche Änderung rollt auf Millionen Gmail-Nutzer zu. Ab 2026 streicht Google zwei Funktionen, die für viele den Komfort des Dienstes ausgemacht haben. Wer mehrere Postfächer über ein zentrales Gmail-Konto verwaltet, muss sich auf spürbare Einschränkungen einstellen.
Ab Januar 2026 wird Gmail zwei zentrale Funktionen abschalten: die Integration über Gmailify sowie den Zugriff per POP3-Protokoll. Nutzer von Drittanbieter-Konten müssen sich rechtzeitig umstellen, um weiterhin E-Mails abrufen zu können.
Gmailify ermöglichte es, Drittanbieter-Mailkonten wie Yahoo oder Outlook mit Gmail zu verbinden und dabei erweiterte Funktionen wie Spamfilter, Kategorien für den Posteingang und verbesserte Suchoptionen zu nutzen. Auch Push-Benachrichtigungen gehörten zu den Vorteilen. Diese Möglichkeiten entfallen künftig komplett.
Auch das POP3-Protokoll, das bislang zum Abrufen externer E-Mails über Gmail diente, wird ab 2026 nicht mehr unterstützt. Damit verlieren Nutzer die Möglichkeit, Nachrichten anderer Konten automatisiert in ihr Gmail-Postfach zu integrieren.
Um den Zugriff auf Drittanbieter-Konten weiterhin zu ermöglichen, empfiehlt Google die Umstellung auf das moderne Internet Message Access Protocol (IMAP). Dieses wird im Gegensatz zu POP3 weiterhin unterstützt und erlaubt die Synchronisierung von E-Mails direkt auf mobilen Geräten wie Android-Smartphones oder iPhones über die Gmail-App. Die Nutzung erfolgt dabei ohne die gewohnten Gmail-Extras wie Spamschutz oder Kategorisierung.
Google weist ausdrücklich darauf hin, dass Nutzer ihre Mail-Einstellungen prüfen und die Umstellung frühzeitig vornehmen sollten. Als Alternative zum bisherigen POP3-Abruf kann auch eine automatische Weiterleitung beim externen E-Mail-Anbieter eingerichtet werden, um neue Nachrichten im Gmail-Posteingang erscheinen zu lassen.
Um zu prüfen, welche externen Postfächer in Gmail überhaupt über POP3 eingebunden sind, gehe wie folgt vor:
- Öffne Gmail im Browser.
- Klicke rechts oben auf das Zahnrad → Alle Einstellungen ansehen.
- Gehe zum Reiter Konten und Import.
- Unter E-Mails von anderen Konten abrufen sind alle Konten gelistet, die bei Gmail eingebunden sind.
Finden sich hier noch Einträge, beispielsweise mit POP3-Anbindung, musst Du aktiv werden und auf IMAP umstellen. Achte darauf, dass bei beiden E-Mail-Clients IMAP aktiviert ist. Bei Gmail ist das seit Januar 2025 standardmäßig der Fall.
Gmail unterstützt für externe Postfächer wie beispielsweise GMX grundsätzlich nur den Abruf über das ältere POP3-Protokoll. Eine vollständige IMAP-Anbindung, bei der Ordner, Strukturen und Änderungen zwischen beiden Postfächern synchron bleiben, ist von Google nicht vorgesehen. Deshalb lassen sich externe Konten nicht direkt per IMAP in Gmail integrieren, und ein Import der kompletten Ordnerstruktur ist technisch ausgeschlossen.
Wer auch nach der Abschaltung von POP3 und Gmailify alle neuen Nachrichten zuverlässig in Gmail erhalten möchte, muss eine automatische Weiterleitung einrichten. Sie sorgt dafür, dass eingehende E-Mails sofort an das Gmail-Konto übermittelt werden – ohne die Einschränkungen, die der fehlende IMAP-Support mit sich bringt.
Bisher importierte E-Mails bleiben auch nach der Einstellung der genannten Funktionen im Gmail-Konto erhalten. Ebenso ist es weiterhin möglich, einmalige Importe von Nachrichten und Kontakten aus Drittanbieter-Konten durchzuführen. Eine fortlaufende Synchronisierung wie bisher wird jedoch nicht mehr möglich sein.
Quelle: Techbook
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