WLAN UND STÖRQUELLEN 

Elektrische Geräte wie Mikrowelle, Babyfon, Bluetooth-Geräte, Funktelefone und andere WLANs bergen ein erhebliches Störpotenzial für Ihr WLAN-Netzwerk. Aber es gibt noch deutlich mehr Faktoren, wie das WLAN-Signal blockiert werden kann. Wir zeigen Ihnen auf, wie Sie im ganzen Haus die Signalstärke des kabellosen Internets verbessern können. Denn schon mit einfachen und günstigen Tricks steht flüssigem Surfen nichts mehr im Wege.


WLAN-Störquelle 1: elektrische Geräte


Das WLAN-Netzwerk in Ihrem Haushalt sendet auf zwei Frequenzen: 2,4 Gigahertz und 5 Gigahertz. Auf diesen Frequenzbändern werden in einer Sekunde bei aktuellen Routern bis zu 3 Gigabit übertragen - das entspricht fast dem Inhalt einer kompletten CD. Dafür muss die Umgebung aber relativ frei von Störquellen sein. Denn: Jede sogenannte Funkinterferenz beeinflusst das Signal und kann dazu führen, dass das WLAN am Laptop, Handy oder PC nicht mehr richtig ankommt. Diese Funkinterferenzen werden von einer Vielzahl von elektronischen Geräten ausgelöst. Die beiden genutzten Frequenzen sind nämlich keineswegs "leer" - vielmehr handelt es sich um eine Datenautobahn, die sich viele andere Geräte teilen müssen.


Dazu gehören etwa:

  • WLAN-Router der Nachbarn
  • Smart-Home-Geräte
  • Drahtlose Videoübertragung wie Apple AirPlay oder Miracast


Andere WLAN-Funkinterferenzen sind nicht so offensichtlich. Ein großer Störenfried für die Verbindungsqualität von WLAN-Netzwerken ist die Verwendung von Mikrowellen oder Mikrowellenöfen. Diese garen Ihre Mahlzeit nämlich mit einem Hochfrequenz-Trafo und einem Magnetron. Die Radiowellen einer Mikrowelle liegen bei 2,45 Gigahertz, können also genau das WLAN-Band blockieren. Und: Die Leistung einer Mikrowelle (meist um 800 Watt) wird zu 60% in Radiowellen umgewandelt. Der Großteil bleibt zwar im Faraday-Käfig des Ofens, aber schon ein minimales Leck reicht für eine starke Einschränkung der WLAN-Leistung. Zum Vergleich: Die meisten WLAN-Router senden mit weniger als einem Watt an Leistung. Mehr ist in der EU nicht zugelassen.


Lösung: Frequenzband umstellen, Router neu positionieren


Wenn Sie bemerken, dass Ihr WLAN-Netzwerk nicht mehr so gut funkt wie bisher, sollten Sie sich bei Ihrem Router anmelden und die Funkfrequenz manuell ändern. Im Prinzip funktioniert das für jeden WLAN-Router ähnlich. So geht es bei der in Deutschland am weitesten verbreiteten Router, der FRITZ!Box:


1. Loggen Sie sich unter fritz.box mit Ihren Login-Daten an. Sollten Sie ihr Passwort nie geändert haben, finden Sie die Zugangsdaten auch auf der Originalverpackung.

2. Navigieren Sie im linken Menü auf "WLAN" und wählen Sie anschließend "Funkkanal".

3. In der nun angezeigten Übersicht wird Ihnen angezeigt, auf welchem Funkkanal bzw. Frequenzband Sie derzeit senden, und welche anderen WLAN-Bänder schon von anderen Netzwerken belegt sind.

4. Suchen Sie nach einer bisher ungenutzten Frequenz und stellen den Router auf das entsprechende Frequenzband ein. Sollte der WLAN-Router die automatische Frequenzumschaltung (Auch Band Steering genannt) aktiviert haben, lassen Sie diese am besten weiterhin an. So kann der WLAN-Router dynamisch auf neue Funknetzwerke in der Umgebung reagieren.


WLAN-Router umpositionieren


Ansonsten hilft es natürlich immer, den WLAN-Router etwas umzustellen und die Position zu optimieren. So wird das Signal direkt deutlich verbessert:

1. Platzieren Sie den Router ungefähr auf Brusthöhe, statt ihn auf dem Boden stehen zu haben. So breiten sich die Funkwellen besser und gleichmäßiger aus.

2. Verstecken Sie den WLAN-Router nicht hinter einer Schranktür - auch wenn er nicht besonders schick anzusehen ist. Schon diese kleine Barriere schränkt das Signal merklich ein.

3. Halten Sie Abstand zu anderen elektrischen Geräten, etwa Mikrowellen, anderen Routern oder Smart-Home-Geräten.

4. Bewegen Sie den Router mehr in Richtung Laptop oder PC, damit die Funkleistung dauerhaft verbessert wird.


WLAN-Störquelle 2: metallische Objekte


Wenn es eines gibt, das WLAN-Signale nicht mögen, dann sind es Wände mit Stahl oder Metallelementen. Solche Wände sind der Signal-Killer Nummer 1 und verwundern häufig die Bewohner. Schließlich kommt das Signal durch normale Wände ja durch, warum sollte es bei dieser einen Wand nicht klappen!


Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Die Streben in der Wand fungieren als Faradayscher Käfig, ähnlich wie bei einer Mikrowelle. Dadurch kann selbst das stärkste Funksignal die Wand nur leicht penetrieren. Ebenfalls unpraktisch sind deswegen Schränke aus Metall oder mit Metallgittern.