Vier Wege zu starken Passwörtern
Passwörter nerven. Gerade deshalb nutzen viele Menschen schwache Kennwörter. Wir zeigen, wie Sie Ihre so stark machen, dass Sie sie möglichst nie mehr ändern müssen.
Nie wieder das Passwort wechseln: Das ist das Ziel des alljährlichen „Ändere-dein-Passwort“-Tages am 1. Februar. Der Name des Aktionstages ist inzwischen irreführend, denn Fachleute sind sich längst einig, dass es besser ist, wenn Nutzerinnen und Nutzer
nicht ständig ihr Kennwort wechseln.
Früher hielt man regelmäßige Änderungen für eine gute Idee. Doch in der Praxis zeigte sich, dass das kein Plus an Sicherheit bringt: Menschen greifen oft zu schwachen Kennwörtern, wenn sie sie ständig ändern müssen. Kein Wunder, schließlich muss man sie sich ja irgendwie merken können. Daher rät unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) seit Jahren vom routinemäßigen Passwort-Wechsel ab.
Methode 1: Zwei-Faktor-Schutz
Eine der sichersten Login-Methoden ist die
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Hier kommt zum Passwort ein zweites Element hinzu: Sei es ein per
Authentifizierungs-App übermittelter Zahlencode oder ein spezieller
2FA-Stick.
Der Faktor Wissen (Passwort) wird also durch den Faktor Besitz (Gerät) ergänzt: Nutzende brauchen entweder ihr Handy, um den Zahlencode zu empfangen oder eben einen 2FA-Stick. Angreifer müssten so nicht nur das Passwort kennen, sondern auch noch Zugriff auf die Hardware ihres Opfers haben. Beides zusammen ist ziemlich unwahrscheinlich. Dennoch sollte man auch bei 2FA-Nutzung starke Passwörter verwenden (siehe Methode 4).
Der Zwei-Faktor-Schutz funktioniert viel einfacher als es klingen mag – oft dauert die Eingabe des zweiten Faktors nur eine Sekunde. Sehr viele Online-Dienste ermöglichen inzwischen 2FA, bei einigen Anbietern ist die Methode sogar Pflicht – etwa beim Online-Banking.
Methode 2: Passkeys
Ähnlicher sicher wie der Zwei-Faktor-Schutz, aber bequemer sind sogenannte
Passkeys. Diese Technik ist auch als „passwortlose Anmeldung“ bekannt. Nutzende brauchen sich dabei gar kein Kennwort mehr zu merken.
Stattdessen identifizieren sie sich über biometrische Methoden wie Gesichts-Scans oder das Einlesen ihres Fingerabdrucks. Das funktioniert meist über das eigene Handy oder den Computer. Passkeys sind noch relativ neu, gelten aber als Technik der Zukunft und sind bereits auf vielen Portalen verfügbar.
Methode 3: Passwortmanager
Passwortmanager lösen zwei Probleme auf einmal: Sie erstellen sehr lange und komplexe Passwörter – und sie nehmen Nutzenden die Last ab, sich all diese Kennwörter zu merken. Stattdessen muss man nur noch ein einziges Kennwort im Kopf behalten: das Masterpasswort. Dieses schließt den Passwortmanager auf – und der trägt das jeweils benötige Account-Kennwort dann auf Nachfrage eigenständig in Apps und auf Webseiten ein.
Das ist ein doppelter Fortschritt gegenüber selbst festgelegten Kennwörtern, die relativ einfach sein müssen, weil man sie sich sonst nicht merken kann. Passwortmanager lassen sich unter anderem als App, im Browser oder als Teil des Betriebssystems nutzen.
Diese Methode bringt aber auch zwei potenzielle Probleme mit sich: Vergisst man das Masterpasswort oder verliert man das Gerät, auf dem der Passwortmanager läuft, ist man möglicherweise aus den eigenen Accounts ausgesperrt. Schließlich kennt man die einzelnen Passwörter ja gar nicht mehr. Und tritt bei einem Anbieter ein Datenleck auf, könnten auf einen Schlag alle Passwörter gestohlen werden, falls sie per Cloud synchronisiert werden – in der Vergangenheit gab es solche Lecks bereits.
Methode 4: Starke Passwörter
Die schwächste Methode besteht darin, sich ganz auf selbst gemachte Passwörter zu verlassen. Wer das tut, sollte zumindest einige
grundlegende Regeln befolgen, um Hacker abzuwehren:
- Verwenden Sie bei jedem Konto ein anderes Passwort. Falls Sie ein und dasselbe Kennwort auf mehreren Portalen nutzen, gerät möglicherweise ein Account mit Bankdaten in Gefahr, nur weil Ihr Katzenforum gehackt wurde.
- Verwenden Sie nur Passwörter mit mindestens acht Zeichen – je mehr, desto besser.
- Nutzen Sie niemals Ihr Geburtsdatum, den Namen Ihrer Kinder oder Haustiere, andere leicht zu erratende Daten oder Trivial-Kennwörter wie „Passwort“, „12345678“, „abcdefg“, „qwertz“ oder „iloveyou“.
- Wählen Sie stets Kombinationen, in denen Klein- und Großbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen vorkommen. Ansonsten machen Sie es Angreifern leicht, da diese dann nur eine relativ geringe Anzahl von Zeichen ausprobieren müssen, um Ihr Passwort zu knacken.
Quelle Stiftung Warentest
