Displaysperre ausgehebelt? WhatsApp-Lücke gewährt Einblick in Galerie-Vorschau
Eine Sicherheitslücke in WhatsApp kann offenbar dazu führen, dass sich auf einigen Android-Smartphones Inhalte der Fotogalerie ansehen lassen, ohne zuvor die Displaysperre aufzuheben. Voraussetzung für den Angriff ist lediglich der direkte physische Zugriff auf das Smartphone.
Auf das Problem machte der Sicherheitsforscher Jose Rodriguez mit einer Videodemonstration aufmerksam. Demnach muss zunächst ein WhatsApp-Videoanruf auf dem betroffenen Smartphone eingehen und angenommen werden. Dies ist möglich, ohne das Display vorher zu entsperren. Anschließend lässt sich über die Funktionen für Videoeffekte auf die lokale Galerie zugreifen.
Vollständigen Zugriff auf die gespeicherten Dateien erhält ein Angreifer auf diesem Weg zwar nicht. Einzelne Fotos lassen sich aus der entsprechenden Ansicht weder öffnen noch direkt verschicken.
Problematisch ist dennoch, dass Miniaturansichten der gespeicherten Bilder sichtbar werden können. Damit könnten private Fotos zumindest teilweise eingesehen und beispielsweise mit einem zweiten Smartphone oder einer Kamera abfotografiert werden.
Für einen Angriff sind mehrere Voraussetzungen nötig: Die betreffende Person benötigt das gesperrte Smartphone und muss einen WhatsApp-Videoanruf auf dem Gerät annehmen können. Eine Ausnutzung aus der Ferne ohne Zugriff auf das Smartphone beschreibt der bekannte Angriffsweg damit nicht.
Das Verhalten lässt sich offenbar nicht auf allen Android-Geräten reproduzieren.
Notebookcheck zufolge funktionierte der beschriebene Zugriff unter anderem auf einem Google Pixel 6 Pro und einem Oppo K13.
Bei einem Samsung Galaxy S25 Ultra sei der Angriff dagegen gescheitert. Dort werde eine Entsperrung verlangt, bevor sich die entsprechenden Galerieinhalte anzeigen lassen. iPhones sollen von der beschriebenen Schwachstelle ebenfalls nicht betroffen sein.
Welche Android-Versionen, WhatsApp-Versionen oder Smartphone-Modelle insgesamt anfällig sind, geht aus den bislang vorliegenden Angaben nicht eindeutig hervor.
WhatsApp hat das Sicherheitsproblem bestätigt und
nach eigenen Angaben bereits mit der Verteilung einer Fehlerbehebung begonnen. Wann der Fix sämtliche betroffenen Geräte erreicht, ist derzeit allerdings nicht bekannt.
Android-Nutzer sollten daher auf verfügbare WhatsApp-Aktualisierungen achten und diese installieren. Wer den Zugriff vorsorglich weiter einschränken möchte, kann WhatsApp in den Android-Einstellungen außerdem vorübergehend die Berechtigung für Fotos und Videos entziehen. Dadurch können allerdings auch reguläre Funktionen zum Teilen von Medien eingeschränkt werden.
Quelle: Connect
