USB-Sticks nicht mehr zeitgemäß: Aber für eine Sache sollte jeder einen griffbereit haben

Früher gehörte ein USB-Stick in die Hosentasche und war für den Dateitransport unabdingbar. Heute gibt es meist bessere Alternativen. Doch für eine Sache sind USB-Sticks immer noch unschlagbar.


USB-Sticks waren lange die einfachste Möglichkeit, Dateien zwischen Computern auszutauschen. Doch inzwischen haben sie in vielen Alltagssituationen ausgedient. Fotos, Dokumente und andere Dateien lassen sich heute oft schneller und bequemer übertragen, ohne dafür einen zusätzlichen Datenträger zu benötigen.


Ob drahtlose Dateiübertragung, Cloud-Speicher oder externe SSDs: Für die klassischen Aufgaben eines USB-Sticks gibt es mittlerweile praktische Alternativen. Ganz verzichten sollten Sie auf die kleinen Speicherhelfer trotzdem nicht. Denn gerade wenn der Computer Probleme macht, kann ein USB-Stick zum wichtigen Rettungsanker werden.


Alternative 1: Dateien direkt teilen


USB-Sticks zeichnen sich vor allem durch ihre Einfachheit aus. An Computer A eingesteckt und mit Dateien gefüllt, trägt man diese zu Computer B und kippt die Files dort ab. Jedoch sind heute längst nicht mehr nur Computer im Spiel und es gibt immer öfter Schnittstellenprobleme.


Die meisten USB-Sticks wollen noch in einen klassischen USB-A-Port gesteckt werden. Die sind aber auf dem Rückzug, USB-C dominiert, wie ein Blick in die Notebook-Bestenliste zeigt. An den Geräten gibt es manchmal gar keinen USB-A-Port mehr oder einen einzigen, der womöglich anderweitig belegt ist. Und spätestens mit dem Handy verliert der USB-Stick seine unkomplizierte Handhabung.


Es gibt zwar Adapter oder auch Sticks, die auf USB-C passen, aber in der Praxis stößt man so auf erste Hürden mit den USB-Sticks, die es früher einfach nicht gab.


Die gute Nachricht: Daten lassen sich wahlweise per AirDrop (Apple) oder Quick Share (Android, Windows) direkt zwischen Geräten übertragen. Alternativen wie SnapDrop oder LocalSend überbrücken die Lücke zwischen den Betriebssystemen.



Alternative 2: Riesige Cloud-Speicher


Dateien direkt teilen klappt nur, wenn man auch räumlich nah zusammen ist. Mit diesem Problem schlagen sich auch USB-Stick-Nutzer herum. Problem 2: USB-Sticks sind zwar über die Jahre von der Speicherkapazität her gewachsen, aber viele kommen noch mit sehr überschaubarem Volumen daher. Ein paar GByte reichen möglicherweise im Kleinen, aber um viele oder größere Dateien zu teilen, sind sie nicht mehr erste Wahl.


Besser eignen sich Cloud-Speicher, die praktisch keine Grenze kennen und über die man Daten wesentlich komfortabler teilen kann. In der Regel reicht dafür ein Link auf eine Datei in der Cloud, den man weitergibt. Weitere Vorteile sind nette Komfortfunktionen, etwa Versionierung, und man kann auch den Zugriff steuern.


Wird der Platz knapp, ist die Speichererweiterung in der Cloud meist keine große Sache. Wo man also früher einen größeren USB-Stick kaufen musste, klickt man heute nur in die nächste Stufe des Cloud-Abos – natürlich sorgt das aber auch für fortlaufende Kosten statt eines Einmalkaufs.


Alternative 3: Externe SSDs und Netzwerkspeicher


Wer wirklich umfangreicher mit lokalen Speichern arbeiten will, etwa Backups anlegen möchte, braucht meist mehr Kapazität, als USB-Sticks bieten. Hier kommen externe Laufwerke ins Spiel, die in Form von externen SSDs auch nicht mehr wirklich schwer sind.


Im Gegenteil: Manche externe SSD lässt sich mit bloßem Auge nicht mehr von einem USB-Stick unterscheiden.


Ihre Vorteile: Sie arbeiten schnell und es gibt sie in kompakter Größe. Die einfache Handhabung und auch die persönliche Kontrolle über die Daten teilen Sie sich mit USB-Sticks.


Wer die ganze Sache noch einen Tick ambitionierter angehen möchte, holt sich ein eigenes NAS-System. Die Netzwerkspeicher sind im heimischen WLAN von allen Geräten aus ansprechbar und können sogar als Cloud-Alternative eingerichtet werden.


Für diesen Zweck bleibt der USB-Stick unverzichtbar


Einen USB-Stick sollten Sie trotzdem unbedingt griffbereit haben. Denn wenn Windows plötzlich nicht mehr startet oder der Computer neu aufgesetzt werden muss, kann er zum echten Lebensretter für Ihren PC werden.


Mit einem entsprechend vorbereiteten USB-Stick lässt sich der Computer auch dann starten, wenn das installierte Betriebssystem nicht mehr funktioniert. So können Sie versuchen, Windows zu reparieren oder komplett neu zu installieren. Dafür benötigen Sie beispielsweise ein Windows-ISO und ein kostenloses Tool wie Rufus, das daraus einen bootfähigen USB-Stick erstellt.


Auch für die Installation alternativer Betriebssysteme wie ChromeOS Flex sind USB-Sticks weiterhin eine praktische Lösung.


Unser Tipp: Bereiten Sie einen solchen Rettungsstick am besten vor, solange Ihr PC noch problemlos funktioniert. Denn wenn Windows erst einmal streikt, ist es für die Vorbereitung möglicherweise zu spät. Ein USB-Stick mit mindestens 8 GByte Speicherplatz reicht für ein Windows-11-Installationsmedium aus.


Quelle: Chip

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