Apps bezahlen auch ohne Debit-, Kreditkarte oder PayPal
Für das Bezahlen von kostenpflichtigen Apps gibt es in allen Appstores mehrere Möglichkeiten. Auch wer keine Kreditkarte hat, kann daher zwischen verschiedenen Alternativen wählen.
Dazu gehören das Bezahlen über die Mobilfunk-Rechnung, Payment-Anbieter wie PayPal, Guthabenkarten und vereinzelt sogar der Bankeinzug vom Girokonto.
Guthabenkarten gibt es für den Amazon Appstore, Apple App Store, Google Play und den Microsoft Store. Erhältlich sind sie in vielen Super-, Drogerie- und Elektromärkten sowie Tankstellen und Online-Shops, meist im Wert von 15, 25 oder 50 Euro. Die Karte enthält üblicherweise einen Code, der freigerubbelt werden muss und dann im jeweiligen Appstore einlösbar ist. Das Guthaben für den Apple App Store heißt iTunes-Guthaben und wird mit der Apple-ID verknüpft.
Die Vorteile: Der Nutzer benötigt zum App-Kauf kein PayPal-Konto, keine Kreditkarte und auch kein anderes Bezahlverfahren. Außerdem kann er so umgehen, dass seine Konto-Daten über das Internet verschickt werden, und er hat die volle Kostenkontrolle, denn nur das erworbene Shop-Guthaben kann ausgegeben werden.
Der Nachteil von Guthabenkarten: Der Nutzer muss erst einmal Geld auslegen, auch wenn er gar nicht so viel ausgeben möchte. Wer etwa eine App für 99 Cent kaufen will, der hat dann noch mindestens 14,01 Euro ungenutzt auf dem Appstore-Guthaben-Konto. In der Regel kann er dieses Geld erst zurückerhalten, wenn er sein Nutzer-Konto kündigt.
Guthaben kann häufig auch online erworben werden, zuweilen fallen dabei Bearbeitungsgebühren von bis zu 3 Euro an - viele Anbieter berechnen aber keine Zusatzgebühren. Der entsprechende Guthaben-Code wird dann direkt auf dem Bildschirm angezeigt oder per E-Mail empfangen und über die gängigen Online-Zahlungsverfahren wie PayPal, Giropay, paysafecard und Sofortüberweisung beglichen.
Bei Google - wie bei vielen anderen Anbietern auch - können neben unbefristeten Google-Play-Geschenkkarten auch zeitlich begrenzte Aktionscodes eingelöst werden - also Rabatte, die nicht mit anderem Guthaben kombinierbar und nicht auszahlbar sind. Beim Kauf von Produkten im Appstore wird dann immer zuerst das Aktionsguthaben mit dem Kaufbetrag verrechnet. Dabei sind allerdings bestimmte Einlösebedingungen (gegebenenfalls auch von Drittanbietern) zu beachten. Aktionscodes werden oft als Begrüßungs-Rabatt für Neukunden vergeben. Darüber hinaus erhalten App-Entwickler häufiger Promotion-Codes vom jeweiligen Appstore, die sie als zeitlich begrenzte Rabatte für die eigene App zum einmaligen Gebrauch an ihre Kunden weitergeben können. Guthabenkarten und -codes können nicht ausbezahlt oder auf andere Konten übertragen werden und sind häufig - wie bei Google Play - auf eine spezifische Währung beschränkt und nur ländergebunden gültig.
Apple ermöglicht es, Guthaben und Apps per "iTunes-Geschenk" an andere zu verschenken ("Karte per E-Mail senden"). Dafür benötigt der Schenkende eine Apple-ID, die mit einer gültigen Zahlungsmethode verknüpft ist. Die Auswahl des verschenkten Betrags erfolgt dann auch im App Store oder im iTunes-Store, wobei allerdings kein Store-Guthaben für den Geschenke-Kauf verwendet werden kann. Es ist möglich, iTunes-Karten per E-Mail oder auch per Post zu verschicken.
Weiterhin kann eine Apple-Music-Einzelmitgliedschaft für drei oder zwölf Monate geschenkt werden. Für den Preis von zehn Monaten kommen sogar zwölf Monate der Mitgliedschaft mit. Einzelne Apps, Bücher, Musik, Serien können auf iOS-Geräten im App Store über die Icons Bereitstellen und Geschenk durch die Angabe der E-Mail-Adresse des Empfängers per Link versendet werden. Selbstverständlich ist das Verschenken auch über den iTunes-Store am PC oder Mac möglich.
Das Bezahlen über die Mobilfunk-Rechnung, das sogenannte Carrier-Billing, gibt es mittlerweile in den meisten großen Appstores - bei einigen wird die Funktion aber nur für Kunden bestimmter Mobilfunk-Anbieter angeboten. Praktisch daran ist, dass der Nutzer weder ein weiteres Kunden-Konto anlegen, noch bei einem weiteren Dienstleister Bankdaten hinterlegen muss. Der Kaufpreis für eine App wird bei Vertragskunden mit der nächsten Mobilfunk-Rechnung fällig, bei Prepaid-Kunden wird der Betrag entsprechend vom Handy-Guthaben abgezogen.
Eine wichtige Voraussetzung: Beim Einkauf im Appstore muss das Handy ins Mobilfunknetz eingebucht sein. Wenn das Handy per WLAN im Internet ist, funktioniert das Bezahlen per Mobilfunk-Rechnung nicht.
PayPal ist ähnlich verbreitet wie das Bezahlen per Kreditkarte. Für die Bezahlung im Appstore ist nur die Angabe von E-Mail-Adresse und Passwort vonnöten, die Bankkonto- oder Kreditkarten-Daten werden bei der Anmeldung im PayPal-Profil hinterlegt. Nutzer sollten jedoch beachten, dass PayPal ein beliebtes Angriffsziel von Phishing-E-Mails ist.
Ein PayPal-Konto kann der User einerseits Guthaben-basiert führen, indem er Geld von seinem Girokonto an PayPal überweist. Wer Guthaben auf sein PayPal-Konto geladen hat, kann dieses auch wieder auf sein Girokonto zurücküberweisen, wenn er es nicht mehr für PayPal-Zahlungen benötigt. Andererseits ist es auch möglich, die Daten für ein Girokonto oder eine Kreditkarte zu hinterlegen, sodass PayPal die Beträge für Einkäufe automatisch dort abbuchen kann. Mit PayPal kann außerdem gebührenfrei Guthaben oder Geld an Familie und Freunde gesendet werden.
Eine Besonderheit bietet Google mit seiner Google Umfrage-App. Mit dieser aus dem Google Play Store beziehbaren Anwendung können Nutzer durch das Beantworten von kurzen Umfragen Guthaben verdienen, das dann zum Kauf von Inhalten im Google Play Store verwendet werden kann. Die einzelnen Umfragen sind in der Regel in weniger als einer Minute beantwortet und werden je nach Umfang mit 15 Cent bis 80 Cent vergütet.
