Scamming - was ist das?
Den Begriff Scamming haben Sie mittlerweile bestimmt schon öfter gehört, können aber vielleicht nur schwer greifen, was er überhaupt bedeutet. Besonders das Romance Scamming ist sehr verbreitet, aber auch andere Betrugsmethoden per Telefon oder E-Mail kursieren.
Scamming: Das steckt hinter dem Begriff
Scamming heißt frei übersetzt "betrügen" und bezeichnet daher genau das: betrügerische Methoden, bei denen Kriminelle Menschen täuschen, um Geld, Daten oder persönliche Informationen zu erlangen. Dabei nutzen sie ein breites Spektrum an Tricks – von Phishing-E-Mails über gefälschte Profile im Internet bis hin zu Telefonaten mit manipulierten Rufnummern.
- Die Betrüger und Betrügerinnen setzen oft auf Emotionen – Vertrauen, Liebe, Angst oder das Gefühl von Dringlichkeit.. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass eine besonders verbreitete Form das sogenannte "Romance-Scamming" ist.
- "Romance Scamming" ist eine Betrugsmasche, die auf Dating-Portalen, in Foren und auf anderen Chat-Portalen angewendet wird. Dem Opfer wird über einen längeren Zeitraum hinweg vorgegaukelt, die große Liebe des Scammers zu sein. Das ist allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt schön, bis der Scammer Geld von Ihnen möchte. Über diesen Zeitraum hinweg ist oftmals bereits eine emotionale Abhängigkeit entstanden und die Opfer fühlen sich dazu verpflichtet, dem Scammer Geld zu überweisen.
- Meistens befinden sich die Betrüger im Ausland und wollen Geld für ein Flugticket, eine Operation für das eigene Kind oder für andere ausgedachte Unterfangen. Sobald der Scammer das Geld hat, ist er auf und davon oder verlangt sogar zu einem späteren Zeitpunkt noch eine weitere Summe.
- In den letzten Jahren gab es aber auch zahlreiche andere Scamming-Trends: Parallel zum Romance Scamming mit sogar KI-erstellten Datingprofilen hat auch das Spoofing an Bedeutung gewonnen. Bei dieser Technik wird die Rufnummernanzeige manipuliert, sodass auf Ihrem Telefon scheinbar eine seriöse Institution wie eine Bank, eine Behörde oder sogar die Polizei anruft. Die Täter nutzen diese Täuschung, um Druck aufzubauen, Angst zu erzeugen oder in Notlagen zu manipulieren.
- Neben diesen Entwicklungen verlagern sich viele Scam-Versuche zunehmend auf soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und Plattformen mit direkter Nachrichtenfunktion. Dort sind die Hürden niedrig, Kontakt aufzunehmen, und die Reichweite ist groß. Rund 84 % der Scamversuche erfolgen in Deutschland laut BioCatch mittlerweile auf diesen Wegen.
- Laut einer Studie, die von Malwarebytes aus 2024 wurden mehr als 66 % der Befragten einmal Ziel eines Romance Scams. Von denjenigen, die betrogen wurden, verloren 10 % mehr als 10.000 US-Dollar, und sogar 3 % verloren über 100.000 USD. In Deutschland beliefen sich laut BioCatch die gesamten Schadenssummen durch Scams im letzten Jahr auf etwa 10,6 Milliarden Euro, mit einem durchschnittlichen Verlust pro Opfer von über 800 Euro.
Romance Scamming: Betrugsmethoden mithilfe von KI
Das sogenannte Romance Scamming ist eine weit verbreitete Art des Betrugs, der Sie zum Opfer fallen können, falls Sie im Internet auf Partnersuche sind. Besonders perfide ist dabei, wie sich Betrüger und Betrügerinnen bei den neuesten technischen Entwicklungen bedienen, um ihren Betrug noch besser zu tarnen.
- Besonders auffällig ist der zunehmende Einsatz gefälschter Bilder und künstlich erzeugter Profile beim sogenannten Love oder Romance Scamming. Betrüger und Betrügerinnen bedienen sich dabei gestohlener Fotos aus sozialen Netzwerken oder erstellen mithilfe von KI und Deepfake-Technologien völlig neue Gesichter, die auf den ersten Blick echt wirken. So entstehen täuschend glaubwürdige Dating-Profile, die gezielt dazu genutzt werden, Vertrauen aufzubauen und Opfer emotional zu binden.
- Den Betrügern geht es in den meisten Fällen um Geld: Sie geben ihren Opfern das Gefühl der Sicherheit, in dem sie ihnen ihre Liebe gestehen und benutzen dies dann dafür, größere Summen Geld vom Opfer zu fordern.
- Die Liebesbetrüger geben sich meist als gebildete Männer mit gut bezahlten Berufen aus, um nicht den Anschein zu erwecken, dass sie von vornherein auf das Geld ihres Opfers abzielen.
- Sie investieren meist sehr viel Zeit darin, eine Vertrauensbasis zwischen ihnen und dem Opfer aufzubauen und behaupten nach einer gewissen Zeit beispielsweise, ein Problem zu haben, was sich nur dadurch lösen lässt, dass das Opfer ihnen Geld "leiht".
- Vorbeugen lässt sich dies, indem Sie eldiglich seriöse Partnerbörsen nutzen. Doch selbst, wenn sie auf so einer Plattform an eine Person gelangen, die Ihnen schnell ihre Liebe gesteht und irgendwann Geld von Ihnen verlangt, sollten Sie hellhörig werden.
- Übrigens lässen sich auch Deepfakes mit ein bisschen Übung erkennen. Sie sollten auf alle möglichen Details achten.
Scamming auf dem Wohnungsmarkt
Wer sich auf dem privaten Wohnungsmarkt nach einer neuen Bleibe umschaut, wird schon an den ein oder anderen Trickbetrüger geraten sein.
- Die Betrüger bieten meist große, frisch renovierte Wohnungen zu Spottpreisen an, um mögliche Opfer, die möglicherweise in Not sind, anzulocken.
- Meist verzichten diese Betrüger auf Besichtigungstermine und schicken Ihnen, ohne nach wichtigen Unterlagen zu fragen, bereits nach kurzem Austausch einen gefälschten Mietvertrag.
- Zudem verlangen sie oft die Kaution im Voraus und wollen Ihnen den Hausschlüssel per Post zuschicken, da sie sich momentan "im Ausland befinden".
- Gehen Sie niemals solche ominösen Angebote ein und zahlen Sie nie im Voraus für eine Wohnung, die Sie noch nie gesehen haben. Diese Betrüger lassen sich oft nicht polizeilich zurückverfolgen und die Opfer stehen am Ende mit einem leeren Geldbeutel und einer nicht existenten Wohnung da.
Scamming mit falschen Geldversprechen
Wer sich in finanzieller Not befindet, greift möglicherweise aus Verzweiflung auf unseriöse Methoden zurück, um an Geld zu gelangen.
- Einer der ältesten Scamming Tricks ist die Nigeria Connection, die ihre Opfer mit sogenannten Phisching-Mails oder sogar Briefpost lockt, in der sie angeben, dass Ihnen größere Mengen Geld zur Verfügung stehen könnten. Meist sind dies Erbschaften oder sonstige familiäre Hinterlassenschaften.
- Für die Bearbeitung verlangen die Betrüger hohe Geldsummen, die beispielsweise Notarkosten oder Sonstiges decken sollen.
- Antworten Sie nie auf solche Nachrichten und geben Sie Ihre Daten auf keinen Fall weiter.
Scamming: So können Sie sich schützen
Seien Sie nicht zu leichtsinnig. Auch wenn die Verlockung groß ist und Ihr Traummann beziehungsweise Ihre Traumfrau schon zwei Mausklicks entfernt wartet, ist die Gefahr groß, dass Sie Opfer eines Betrügers werden.
- Lassen Sie sich die Identität von Personen bestätigen, mit denen Sie nur im Netz kommunizieren, und handeln Sie nicht voreilig. Hier gilt der alte Grundsatz: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
- Um Identitäten im Internet zu prüfen, können Sie mittlerweile verschiedene Hilfsmittel nutzen. Dafür können Sie sogenannte Reverse-Image-Search-Tools wie die Google-Bildersuche, TinEye oder spezialisierte Plattformen wie ProFaceFinder einsetzen. Mit diesen Werkzeugen lässt sich schnell feststellen, ob ein Bild mehrfach im Netz auftaucht und unter verschiedenen Namen verwendet wird – ein typisches Anzeichen für ein Fake-Profil.
- Auch kann es helfen, wenn Sie sich Bilder einmal genauer anschauen: Unnatürliche Beleuchtung, verpixelte Übergänge oder unregelmäßige Gesichtszüge deuten oft auf den Einsatz von KI oder Deepfake-Technologien hin.
- Zahlen Sie niemals einen Geldbetrag an fremde Personen, vor allem nicht an Leute, die Sie erst kürzlich im Internet kennengelernt haben.
- Darüber hinaus sollten Sie bei Telefonanrufen besonders vorsichtig sein. Betrüger nutzen häufig Spoofing, um mit gefälschten Telefonnummern das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Lassen Sie sich nicht allein von der Anzeige auf dem Display täuschen. Wenn jemand vorgibt, im Auftrag einer Bank, einer Behörde oder gar der Polizei anzurufen, prüfen Sie die Angaben unbedingt selbst nach.
- Im Zweifel legen Sie auf und wählen die offizielle Nummer der Institution, die Sie auf der offiziellen Webseite oder in Ihren Unterlagen finden. So entlarven Sie mögliche Fake-Anrufe, bevor Schaden entsteht.
- Auch Phishing-Mails und -Briefe gehören zu den gängigen Methoden von Scammern. Öffnen Sie niemals Anhänge oder Links, wenn Sie den Absender nicht eindeutig kennen und vertrauen. Achten Sie genau auf die E-Mail-Adresse, denn häufig schleichen sich kleine Schreibfehler oder ungewöhnliche Domainendungen ein, die auf Betrug hindeuten.
- Bei Briefen lohnt sich ein genauer Blick auf Papierqualität, Absenderdaten und Logos. Wirkt etwas untypisch oder unprofessionell, sollten Sie skeptisch sein und die Echtheit prüfen.
- Bewahren Sie alle Mails, Nachrichten und Briefe auf, die Sie von der fremden Person bekommen haben.Machen Sie eventuell Screenshots. Im Betrugsfall legen Sie diese der Polizei vor.
- Im Allgemeinen gilt: Reagieren Sie niemals übereilt auf ungewöhnliche oder dringende Forderungen, insbesondere wenn Geld überwiesen, Kryptowährungen transferiert oder Guthabenkarten gekauft werden sollen. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihr Bauchgefühl ernst zu nehmen, und holen Sie im Zweifel eine zweite Meinung von Freunden oder Familienmitgliedern ein.
- Schließlich sollten Sie sich regelmäßig über neue Scamming-Methoden informieren, da Betrüger ihre Vorgehensweise ständig anpassen. Verbraucherzentralen, Sicherheitsorganisationen und Behörden veröffentlichen häufig Warnungen, die Sie auf dem Laufenden halten.
- Auch technische Schutzmaßnahmen können helfen. Aktivieren Sie beispielsweise auf Ihrem Smartphone Funktionen, die unbekannte Anrufer blockieren, nutzen Sie Spam-Filter in Ihrem E-Mail-Postfach und passen Sie die Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken so an, dass möglichst wenige persönliche Informationen öffentlich sichtbar sind.
Quelle: Chip
